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Willkommen: Meine Radtour übers Grüne Band

Ich freue mich, dass ihr meinen Blog zum Grünen Band gefunden habt!

Mein Name ist Stefan und ihr könnt mich in den kommenden Monaten bei einer ausgedehnten Radtour übers Grüne Band begleiten.

Das ist mal ne Landkarte gürs Grüne Band - Radtour auf dem Grünes band
Routenverlauf des Grünen Bands (mit freundlicher Genehmigung / Copyright: Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (Frankfurt/M) und BUND Fachbereich Grünes Band)

Das Grüne Band

Zur Erklärung: das Grüne Band ist ein Streifen mit einer Ausdehnung von nur meistens einigen Hundert Metern. Allerdings hat er in sich: er zieht sich von Süd nach Nord durch Deutschland und bildete bis 1989/90 die innerdeutsche Grenze (wer kennt nicht noch den Begriff auf der bundesrepublikanischen Seite: Zonengrenze). In einfachen Zahlen ausgedrückt: Das Grüne Band ist insgesamt 1.470 Km lang und durchquert – beginnend beim Dreiländereck Bayern-Sachsen-Tschechien – einige der deutschen Mittelgebirge, bis es vom Harz (fast immer, hahaha …) abfallend bis zur Ostsee bei Travemünde und dann weiter bis zur deutsch-polnischen Grenze bei Swinemünde führt. Ich werde die kürzere Strecke vom Dreiländereck bis auf den Priwall, gegenüber von Travemünde, fahren. Damit reduziert sich die Fahrtroute auf „nur“ 1.150 Km.

Grünes Band - nein die Wartburg
Es könnte der Grenzstreifen sein – ist aber die alte A4 bei Eisenach (Hörselberge)

1989: Mauerfall und Geburtsstunde des Grünen Bands

Seit dem Mauerfall wird an der Idee eines durchgehenden Biotops – in jedem Fall wäre es das längste in Europa – gearbeitet und kräftig die Werbetrommel gerührt. BUND und NABU sind vorneweg bei der Umsetzung dieses tollen Plans. Die Idee ist wirklich faszinierend, denn es könnte ein durchgehendes Refugium für seltene/geschützte Tiere und Pflanzen geschaffen werden. Außerdem könnte man den Geschichtsunterricht zur deutschen Teilung mit ein paar praktischen Anschauungsstunden ans Grüne Band verlegen. An etlichen Stellen werden die Zeugnisse der Teilung und die tödlichen Grenzanlagen, die für viele Menschen unmittelbares Leid gebracht haben, mit großem Engagement erhalten – und somit auch die Erinnerung an die traumatischen Zeiten der deutschen Teilung. Dafür gibt es gute und weniger gute Beispiele, denn nicht immer ist „gut gemeint“ auch „gut gemacht“ – ich werde bei den einzelnen Etappen näher drauf eingehen.

30 Jahre sind ein rundes Jubiläum

Es begann gleich 1989: die Idee eines durchgängigen Biotops entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. 2019 ist daher ein gutes, rundes Jubiläumsjahr, um das Grüne Band nicht nur abzufeiern, sondern auch abzufahren – oder drauf abzufahren. Zugegebenermaßen hätte ich diese Tour auch ein Jahr früher oder später unternommen, wenn es mit meinem Arbeitsende zusammengepasst hätte.

Warum gerade das Grüne Band?

Vielleicht erinnert sich jemand an eine von Michael Kesslers Expeditionen durch Deutschland. Vor fünf Jahren fuhr er mit einem Tuk-Tuk dieselbe Strecke entlang, um Land und Leute an der ehemaligen Grenze kennenzulernen, ins Gespräch zu kommen. Vom damaligen Bundespräsidenten Gauck hatte er den Auftrag bekommen, über das Zusammenwachsen der beiden Deutschländer zu berichten. Wer seine Expeditionen kennt, weiß auch, dass Jochim Gauck diesen Auftrag nicht wirklich gegeben hatte, obwohl er es sicher hätte tun können, weil sich die beiden gut verstehen würden. Damals sagten mir jedenfalls die Namen Mödlareuth, Point Alpha oder der Ring der Erinnerung gar nichts. Heute kann ich damit mehr anfangen und freue mich auf meine eigene frontier tour. Hier kommt die jüngere Deutsche Geschichte in sehr konzentrierter Weise zum Ausdruck – wiewohl ich glaube, dass viele Menschen im Moment wenig Lust haben, sich dazu einen Kopf zu machen.

Grünes Band - der Nordteil
Dieser Kartenausschnitt zeigt das Grüne Band im Norden bis nach Lübeck an der Ostsee
Das Grüne Band - startet am Dreiländereck in Bayern
Dieser Kartenausschnitt zeigt meinen Ausgangspunkt in Rehau im Süden der Republik
Autor zeigt eine Deutschlandkarte zum Grünes Band
Da geht’s lang – vor allem nur noch bergab…

Jetzt soll es mit einigen Appetithappen reichen: ich schreibe über meine Vorbereitungen zur Tour, was benötige ich, was muss, was will ich mitnehmen, über die Auswahl der 18 Etappen und ab dem 20. August beginnt der spannendste Teil: meine Erlebnisse auf der vierwöchigen Radtour. Obwohl ich erst in der zweiten Augusthälfte starte, habe ich schon mehrfach gemerkt, wie gut die Zeit bis zum Start für die Vorbereitungen zu nutzen ist.